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Mehr als zwölf Takte und Seelenfinsternis

Abi Wallenstein & Blues Culture Feat. Steve Baker und Martin Röttger am 16. März im Bürgersaal

Dornhan. Dass KKF für Kunst & Kultur im Farrenstall steht wurde am vergangenen Samstag wieder einmal bestätigt. Abi Wallenstein gilt als einer der hervorragendsten Blues-Interpreten Europas. Seine beinahe mythische Reputation steht für überwältigende Expressivität im Gitarrenspiel und für berauschend „schwarz“ in der Stimme.

Mit den langjährigen Weggefährten Steve Baker, Mundharmonika sowie Martin Röttger, Cajon und Percussion, mit denen er im Jahre 2002 „Blues Culture“ gründete, stand ein großartiges Trio auf der Bühne, das die Vielfalt des so legendären Blues voller Enthusiasmus und Spannung darbot.

Die Besucher jeder Altersstufe waren von der Macht dieser Musik gefangen und erlebten Blues von verführerisch über erdig hin zu wehmütig sowie schwungvollen Jazz, wilden Boogie und schrägen Rock und dem gegenüber wurden wunderschöne und gefühlvoll vorgetragene Balladen gestellt.

Neben Songs wie „Keep your hands off her“ und „The Mogo Blues“ erzielten auch „Sugar Mama“ und „I am leaving to stay“ oder „Shake your Boogie“ beim Publikum ihre Wirkung durch den hervorragenden Gesang, dem raffinierten Fingerpicking und das ausdrucksstarke Auftreten von Abi Wallenstein, der im Alltag eher schweigsam und introvertiert ist.

Jeder der Musiker beeindruckte mit tollen Soli. Immer wieder Zwischenapplaus bekam Steve Baker an der Mundharmonika, der zu den einflussreichsten Spielern in der Szene gehört. Auch Martin Röttger am Cajon gab zeitweise die musikalische Marschrichtung vor und bekam wahre Beifallsstürme für seine bluesigen Soli in rasanten Tempi.

Die Zuhörer waren begeistert über das abwechslungsreiche Repertoire, neben Eigenkompositionen ging es auch ausdrucksstark durch die Blues-Geschichte: Da gab es den klassischen Blues, den Delta-Blues und ebenso den Bluesrock. Kurzum, weit mehr als nur zwölf Takte und Seelenfinsternis.

Eine mitreißende Interpretation des Blues mit jener Traurigkeit, die fröhlich macht. In der Tat wurde hervorragende Musik und starke Lyrik geboten. So manche begeisterungsfähigen Musikfreunde ließen es sich nicht nehmen, zu den packenden Sounds und Grooves in dem dazu passenden Kneipenambiente zu wippen oder sich zu wiegen. Und zum Schluss tanzte die ganze Kneipe zu „The Hip Sake“ und zu Boogie-Klängen. Das Team von KKF hatte am Nachmittag kurzerhand das Umfeld dem Konzert angepasst.

Martin Miller war mehr als begeistert über den „gnagelt vollen Saal“ und die unbeschreibliche Stimmung. Ihre authentischer Annäherung an die vielen Gesichter des Blues, ihre Begeisterung und fesselnde Bühnenpräsenz zeigte, dass die Vollblutmusiker der ungewöhnlichen Band „Blues Culture“ einfach Spaß hatten und dabei noch beeindruckend virtuos waren. Mit „I had a woman“ und „It was early in the morning“ verabschiedete sich die Kult-Gruppe im Dornhaner Farrenstall.

Quelle: www.schwarzwaelder-bote.de

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