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Ponticellos – Cello bietet emotionale Intensität

Von Hanni Vollmer

Spielfreude mit Musik auf höchstem Niveau erlebten die zahlreichen Besucher am vergangenen Samstag bei KKF – Kunst und Kultur im Farrenstall.

Das Duo „Ponticellos“ begeisterte mit seinen Sounds von kammermusikalischer Intimität bis hin zu ungebändigter Rockmusik. Das Cello, in einem Symphonieorchester ein notorisch im Schatten der Violine stehendes Streichinstrument, nutzen Matthias Trück und Tim Ströbele deutlich herausgehobener.

Sie entlocken dem Cello nicht nur die kraftvollen geerdeten sowie die warm-weichen höheren Töne, sondern auch seine ganze Ausdrucksbreite emotionaler Intensität. Die beiden kreativen Musiker experimentieren klanglich mit Zupfen, Streichen, Klopfen und weiteren Ausdrucksformen in griffigen Tempi.

In ihrem weltmusikalischen Rundflug zogen sie alle Register ihres gestalterischen Könnens und verblüfften mit gefühlvollen bis spritzig-frechen Stücken. Tim Ströbele, Konzertmeister bei der Württembergischen Philharmonie, und Matthias Trück, Arrangeur und Gründer der Cello-Akademie Rutesheim, stehen seit 20 Jahren als Duo „Ponticellos“ auf der Bühne. Zur Eröffnung des Konzerts spielten die Instrumentalisten mit traumhafter Sicherheit den raffiniert arrangierten Soundtrack von Hans Zimmer zum Film „Madagascar“, gefolgt von südamerikanischer Melancholie in „Canción con Toros“. Mit Arrangements aus dem Film „Buena Vista Social Club“ erklang unbeschwerte kubanische Leichtigkeit. Das Publikum reagierte mit Bravo-Rufen. Aus der Feder von Tim Ströbele hörte man anschließend spielerisch entstandene Eigenkompositionen wie „Harte Zeiten“, „Abschied“, „Nachts“ und „Zeitlos““, die sie launisch-unterhaltsam mit meditativen Momenten, dann wieder mit gnadenloser schweißtreibender Hektik präsentierten.

Nach der Pause interpretierten die Cellisten farbig kolorierte Jazzmelodien. Osteuropäischen Klängen nachempfunden war der „Balkanbeat“.

Einen besonders virtuosen Ausdruck fanden die Instrumentalisten bei „Libertango“ von Astor Piazzolla. Das Publikum war außer sich. Nach „Mad World“, dem letzten Programmstück, erklatschten sich die Zuhörer weitere Melodien. Mit dem Volkslied aus Katalonien „Der Gesang der Vögel“ verabschiedeten sich „Ponticellos“ schließlich.

Die geballte Intensität wechselnder Stimmungen und die spürbarer Harmonie zwischen den Virtuosen war großartig und beeindruckte.

 

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