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Sebastian Lehmann trifft im Bürgersaal ins Schwarze!

Text und Foto: Hanni Vollmer

Bei KKF – Kunst und Kultur im Farrenstall – ist immer was los. So war am Samstag der Lesebühnenautor und Poetry-Slammer Sebastian Lehmann zu Gast. Die Veranstaltung des namhaften Künstlers mit seinen lustigen Telefonaten war bereits im Dezember ausverkauft.

 

In den vergangenen Jahren ist der gebürtige Freiburger, der Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Geschichte studierte, durch seine launigen „Elternzeit“-Telefonate im Radio bekannt geworden. Nach wenigen Augenblicken hat der symphatische Mittdreißiger die Zuhörer mit seiner erfrischend authentischen Art auf seiner Seite.

„Wie alle waschechten Berliner komme ich aus Süddeutschland“, erklärt er. Deshalb gebe es häufig Telefonate mit seinen Eltern in Freiburg. Einige davon habe er mitgeschrieben.

Spaßig, ideenreich und überzogen sind seine, mit angenehmer, ruhiger Stimme hervorgebrachten Erzählungen. Jugendkultur, Eltern-Kinder-Beziehung, Lösungsprozesse und eine etwas andere Lyrik bieten ihm ein weites, seitenfüllendes Feld – bis hin zu unterhaltsamen Büchern. Urkomisch, wie er die elterliche Fürsorglichkeit, die zwischen Rüge und Sorge hin- und herpendelt, aufzeigt. Beim Vorlesen huscht von Zeit zu Zeit ein Lächeln über das Gesicht. Er scheint seinen Eltern intensiv zuzuhören. Es geht dabei um Alltagsdinge, um Gott und die Welt.

 

Aber Mutter und Vater äußern bei allen Telefonaten schlussendlich immer ihre Sorgen, Erwartungen und Wünsche und lassen ihren Emotionen freien Lauf. So sorgen sie sich um sein Auskommen als brotloser Künstler, geben Ratschläge bei Erkältungen, fordern Präsenz an Weihnachten, kündigen stressige Berlin-Besuche an und fragen nach seinen Beziehungen. „Ich habe seit vier Jahren eine Freundin, Mutter, und ihr kennt sie“. Es wird viel und herzlich gelacht im Bürgersaal. „Oh, meine Eltern, sie ändern sich nie, aber wahrscheinlich ist das gut so“, konstatiert die Frohnatur zum Schluss und überhört den mütterlichen Kommentar: „Mit deinem Bruder hatten wir ja Glück“. Das Publikum, das bei dieser Veranstaltung rund 20 Jahre jünger als bei anderen ist, spendet einen Riesenapplaus.

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