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a-cappella mit FÜENF, Freitag, 13. Januar 2012
Vokalvirtuosen mit skurrilem Humor
Von Hanni Vollmer Dornhan. Spaßig und schräg wie ihre Schreibweise war der Auftritt des a-cappella-Quintetts "Füenf" im bis in die letzte Nische ausverkauften Dornhaner Farrenstall, wo sie auf Einladung von Kunst und Kultur im Farrenstall gastierten. Von den Sänger-Komödianten aus dem Großraum Stuttgart, die sich auf der Bühne Karuso, Memphis, Justice, Pelvis und Dottore nennen, haben die einen Musik, Gesang, Theater, die anderen Produktion und Ensemble-Leitung studiert.
Sie präsentierten eine einzigartige Bühnenshow mit Gesang, Parodie und Persiflage, verknüpft mit toller Komik und Akrobatik. Ihr Repertoire besteht aus selbst komponierten Songs und erarbeiteten Arrangements bekannter Klänge. Das Ganze servieren die Vokalvirtuosen peppig im schrägen blau-gelben Outfit mit scharfen Texten, doppelbödig, grotesk, irrwitzig, stark und treffen damit genau den Zeitgeist.
Je nach Song und Spielwitz gruppierten sie sich in Leadsänger, Background-Sänger und effektvolle musikalischer Untermalung. In ihren lebhaften Stücken ertönt Musik wie Punk, New Wave und Rap oder Swing, Country und Reggae mit Vocal Percussion.
Begeistert war das Publikum über ihre zweifache Parodie auf den TV-Casting-Wahn "Deutschland sucht den Superstar" mit "Wir können eins vor allen Dingen, nämlich überhaupt nicht singen". Warum seien englische Texte erfolgreicher als deutsche? Es läge an dem Wörtchen "love". Den Beweis lieferten sie in einem kessen Medley, in dem sie in den zitierten Pop-Songs "Horst" anstatt "love" einsetzten: Das hörte sich dann so an: "I would do anything for Horst", "Stop, in the name of Horst", "Horst is in the air" und "Give me horst". Tosenden Beifall gab es für diese Arrangements, reich an vielfältigen Klangfarben.
Mit "Glaube an das, was Du überhaupt nicht kannst" sprachen sie die Welt der Coachs an und die Work-Life-Balance. Riesenbeifall ernteten sie nach ihrem Wortspiel "Kapp uff, Kabuff" sowie mit "Wir starken Männer". Der Dottore als gutaussehender italienischer Kerl verriet, warum deutsche Männer keinen Erfolg bei Frauen hätten. Dieser Auftritt gefiel besonders den Damen im Publikum.
Das "Füenf"-Lied auf die Schwaben lautete etwa so: "Die Schwaben sind zuverlässig, aber ohne Humor, dafür haben sie die saubersten Treppenhäuser und bauen die besten Autos".
Das Publikum war den ganzen Abend am Lachen und Staunen. Denn wer hätte gedacht, dass ein Sänger mit dem einzigen Instrument, das ihm zur Verfügung steht, seiner Stimme, solch herrliche, instrumentenähnliche Laute erzeugen kann? Hier gefiel besonders der tragende Bass des Dottore und die immense Konsonantenanreihung von Memphis und Pelvis, aber auch Karuso schonte seine Stimmbänder keineswegs. Justice brillierte nicht nur mit seinem klaren Tenor, er zeigte sich auch als pfiffiger Entertainer. Natürlich gab es Zugaben nach Zurufen und Pfiffen. Wieder einmal hatte KKF bei der Auswahl den richtigen Riecher bewiesen.
Quelle: Schwarzwälder Bote
Magier Ralf Gagel, 12. November 2011
SCHWEBENDE FRAUEN, BETUCHTE ZITRONEN
Zauberkünstler Ralf Gagel ist bei seinen Stücken oft in engem Kontakt zum Publikum. Foto: Sikeler
Dornhan - Es war das konventionelle Ende einer unkonventionellen Show: Der Zauberer Ralf Gagel ließ eine Frau aus dem Publikum schweben. Zuvor hatte er im restlos ausverkauften Farrenstall sein Publikum immer wieder mit seiner Fähigkeit zur "Gedankenübertragung" verblüfft.
"Wer von ihnen glaubt an die Gedankenübertragung", hatte er sein Publikum gleich zu Beginn gefragt. Kaum eine Hand ging hoch. Hätte er dieselbe Frage nach der Show wieder gestellt – das Ergebnis wäre eine anderes gewesen.
"Das ist der Hammer", entfährt es einer Frau aus dem Publikum
Eine Frau sollte aus einem großen Stapel von Bildern eines auswählen. Es zeigte einen Sonnenaufgang vor der Nordseeinsel Föhr. Dasselbe Bild stand auch auf der Staffelei, die er enthüllte. "Das ist der Hammer", entfuhr es einer Frau aus dem Publikum.
Wenige Minuten später: Gagel lässt sich seine Augen aufwendig zukleben. Vorher hatte er Zeitschriften im Publikum verteilt. Das Publikum konnte sich eine Seite heraussuchen. Gagel wiederum konnte haargenau erklären, was auf der Seite zu sehen war. Und so ging es munter weiter: Gagel hatte immer noch die Augen verbunden und bat das Publikum einen beliebigen Gegenstand in die Hand zu nehmen. Er ließ seine Hand kurz über dem Gegenstand kreisen, sagte etwas wie "vor meinem inneren Auge" und bewies eine erstaunliche Treffsicherheit bei der Beschreibung der Gegenstände.
Und genau das ist eine von Gagels großen Stärken: Er bindet sein Publikum ein. Immer wieder holt er Zuschauer auf die Bühne oder beteiligt sie auf andere Art und Weise an seiner Show. Für seinen verblüffendsten Trick holte er sich einen kleinen Jungen samt Fünf-Euro-Schein auf die Bühne. Nachdem Gagel den Schein hatte verschwinden lassen und ihn in eine Spendenquittung verwandelt hatte, "zauberte" er die Geldnote in eine Zitrone. Der Junge schnitt die Frucht auf, der Saft tropfte – und heraus kam der von dem Kind signierte Geldschein.
Das "Standardrepertoire" beherrschte Gagel natürlich auch: Eine Frau aus dem Publikum fing zu ihrer eigenen Verblüffung tatsächlich an zu schweben. Einen Stuhl führte er nur an der Tischdecke durch den Farrenstall. Und vermeintlich massive Ringe erwiesen sich als überhaupt nicht so massiv.
MAGISCHE MOMENTE IM BÜRGERSAAL
„Wie hat er das bloß gemacht?“ lautete der am späten Samstagabend sicher meistgesagte Satz in Dornhan und Umgebung. Ein Magier namens Ralf Gagel hat für die wunderbare Mischung aus Begeisterung und Verwunderung gesorgt und damit die großen und kleinen Besucher des Bürgersaals gleichermaßen in ihren Bann zog. Ob mit Karten, Bildern, Geldscheinen, ob sehenden Auges oder scheinbar blind: Der sympathische Mann, der so harmlos wirkt, hat es faustdick hinter den Ohren. Und lässt deshalb mal eben so einen Tisch fliegen. Oder ganze Frauen schweben. Frauen, die mittags noch nicht mal wussten, dass sie abends schon schwerelos sein würden. Wer also für einen Teil der kleinen Wunder, die da am Samstag zu sehen waren, Komplizenschaften oder aufwändige technische Mittel als des Rätsels Lösung in Erwägung zieht, dem sei vom KKF-Team versichert: Die schwebende Ute gehört zu uns und weiß bis heute nicht, wie ihr geschehen ist. Rätseln Sie also gemeinsam mit uns weiter – wir freuen uns auf Ihre Lösungsvorschläge.
Wir bedanken uns bei unseren Besuchern für einen tollen Abend und für die große Geduld angesichts der beengten Platzverhältnisse!
Eure Mütter mit "Nix da "Leck mich" - auf geht's!" in der Mühlwieshalle Marschalkenzimmern

Sogar das Synchron-Haarewaschen beherrschen sie ohne jeden Punktabzug! Fotos: Klaus Kretschmann
Von Cristina Priotto Dornhan-Marschalkenzimmern. "Was tut man nicht alles für einen guten Witz?" - diese Frage stellten "Eure Mütter" am Freitagabend bei ihrem Auftritt in der ausverkauften Mühlwieshalle in Marschalkenzimmern. Die Antwort lieferten sie gleich selbst: Alles, denn das Stuttgarter Comedy-Trio ist sich für nichts zu schade, um das Publikum zu unterhalten. Erleichternd hinzu kommt für Matthias Weinmann, Donato Svezia und Andreas Kraus, dass sie keine Tabus kennen und sich bei der Jagd nach derben Pointen auch selbst ins Visier nehmen.
Comedians huldigen in schrägen Liedern unterschätzten Dingen
Den 500 Zuschauern präsentierten sie ihr Programm "Nix da ›Leck mich!‹ Auf geht’s!". Gut zweieinhalb Stunden lang boten die drei eine äußerst unterhaltsame Mischung aus Liedern mit schrägen Texten, Stand-up-Nummern und Sketchen.
Schon kurz nach dem rasanten Begrüßungs-Rap war das Publikum in die Show miteinbezogen. Ab da waren in der Halle fast ununterbrochen Glucksen, Kichern oder lautes Lachen zu hören, zumal das Tempo, in dem "Eure Mütter" die Pointen zündeten, den Zuhörern kaum eine Verschnaufpause ließ.
Bei allem Humor nehmen die Comedians ihre Sache durchaus ernst. Eine der Aufgaben, die sie sich selbst auferlegt haben, ist es, Lücken im deutschen Liedrepertoire zu schließen – oder wer sonst hätte jemals Oden an Winterreifen oder feuchtes Toilettenpapier verfasst? Bei ihren musikalischen Einlagen scheuten die Stuttgarter auch nicht davor zurück, sich als Jungbullen mit Kuhwesten zu verkleiden und Dokumentationen über Tiere zu verballhornen oder in schrill-roten hochhackigen "Schlampentürmen" über die Bühne zu stolzieren. Gewagt nahmen sie auch Schlagersänger mit ihrem eingemeißelten Zwangsgrinsen und talentfreie Nachwuchsrockstars auf die Schippe, indem sie sich über deren grottenschlechte Texte lustig machten. Einzigartig dürfte auch ihre Interpretation von Beethovens "Ode an die Freude" sein, bei der Blechschüsseln eine nicht unwesentliche Rolle spielen.
So ausgeprägt die Fähigkeit zur Selbstironie bei den drei Männern ist – wenn es darum geht, über ihre Mitmenschen zu lästern, werden Matthias Weinmann, Donato Svezia und Andreas Kraus richtig unerbittlich: Vom servicefernen Billigfriseur über nörgelnde Frauen, sozialinkompetente Autisten bis zu pseudo-lustigen Straßenpantomimen kriegen alle ihr Fett ab. Dabei geht es nicht selten reichlich derb zu, allerdings verbinden "Eure Mütter" Witze unterhalb der Gürtellinie meistens mit ironisch-philosophischen grundsätzlichen Lebensfragen wie der, wie es sein könne, dass die Zahl der Nackedeis im Internet höher ist als die gesamte weltweite Bevölkerungszahl.
Nicht fehlen durften der obligatorische Malwettbewerb für das Publikum in der Pause und, nach einigen frenetisch geforderten Zugaben, das Synchron-Haarewaschen als typische und legendäre Schlussnummer für einen Abend voll absurd-komischen

Ob mit oder ohne Hose: Bei Andi, Don und Matze (v.l.) ist immer was los.
DATSCHWECKEN UND DAUERGRINSEN: EURE MÜTTER MACHEN VOR NICHTS HALT
Freitag, 15.50 Uhr in Marschalkenzimmern. Drei ortsfremde Herren in den Dreißigern flanieren sichtlich entspannt durch die Mühlwieshalle, rufen hier und da ein fröhliches Hallo in die Runde der KKF-Helfer, sind aber ansonsten schwer beschäftigt: mit Essen. „Seit 16 Jahren sind wir auf Tour, aber das hatten wir noch nie!“, frohlockt Andi, strahlt vom linken Ohr zum rechten und schert sich wie seine Kollegen nicht die Bohne um sein weißes Eischaum-Oberlippenbärtchen – sichtbare Folge der Tatsache, dass sie schmecken, die Datschwecken, die KKF-Chefköchin Moni den drei Komikern von EURE MÜTTER in die Garderobe gestellt hat.
18.35 Uhr. Der Einlass beginnt erst in 25 Minuten. Die Schlange der Wartenden wird schon jetzt lang und länger. 500 Karten sind im Vorverkauf weggegangen wie warme Semmeln. Jetzt geht es drum, die besten Plätze zu ergattern.
20.03 Uhr bis ca. 22.35 Uhr. Furios, rasant – und gnadenlos zielsicher fernab aller Themen, die sich auch für ein Tischgespräch in kultivierter Runde eignen würden: Was Don, Matze und Andi von EURE MÜTTER in den kommenden ca. zweieinhalb Stunden auf die Bühne bringen, lässt sich an temporeichen Ausflügen ins Land der Tabus kaum überbieten. „Kann gut sein, dass Du heute Abend ein paar neue Wörter lernst!“, warnt Andi auch gleich zu Beginn den 10-jährigen Maxi Haas. Denn auf Gürtellinien oder diplomatische Umschreibungen pfeifen er und seine Kollegen. Alles, was der menschliche Körper hergibt, wird besprochen, besungen, eindeutig benannt – oder einfach mal auf der Bühne demonstriert. Alles, was im Alltag peinlich werden kann, kommt aufs Tapet. Egal ob Freund oder Feind, ob malendes Publikum oder singender Prolet, ob Möchtegern-Pornostarlet oder Dumpfbacken-Reifenfan – immer geht es mittenrein mit dem Finger in die Wunde und wird kräftig gewürzt mit einer guten Portion salziger Ironie. Dass sich die Zuhörer dabei wegwerfen vor Kichern und Lachen und Toben und Mitbrüllen, hat einen guten Grund: EURE MÜTTER machen auch vor sich selbst nie Halt. Und genau das macht sie trotz aller Derbheit so sympathisch.
KKF bedankt sich bei EURE MÜTTER, bei allen Besuchern und Helfern für einen unvergesslichen Abend!

Ratzeputz ausverkauft! 500 Gäste freuen sich auf den Auftritt von Eure Mütter.
LESUNG Giftpilz - eine Veranstaltung der Buchlese Dornhan, unterstützt von KKF

Stefan Ummenhofer (rechts) und Alexander Rieckhoff (links) gaben Kostproben aus ihren Kriminalromanen. Foto: Sikeler Foto: Schwarzwälder-Bote
Mischung aus Humor und Spannung
Von Jens Sikeler
Dornhan. Krimis mit viel Humor: Das ist das Markenzeichen des Autorenduos Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer. Die beiden lasen am Freitag im Dornhaner Bürgersaal aus ihren Werken.
Hubertus Hummel heißt der Protagonist ihrer Krimis: Ein Oberstudienrat aus Villingen-Schwenningen, ein korpulenter Mann mit schütterem Haar, Fan der Wild Wings, fast geschieden, aber schon in einer neuen Beziehung und gesegnet mit dem Talent, in immer neue Kriminalfälle hineinzustolpern. Selbst wenn der gute Mann sich in der Reha im malerischen Königsfeld befindet, muss er einen Mordfall aufklären.
Rieckhoff und Ummenhoffer finden in ihren Romanen, die Titel tragen wie "Giftpilz" oder "Honigsüß", genau die richtige Mischung zwischen Humor und Spannung. Es zeichnet sie dabei ein präziser Blick für die Absurditäten des Alltags aus. Unglaublich komisch ist es etwa, wenn sie eine Gruppentherapie beschreiben. In den Romanen der hauptberuflichen Journalisten tummeln sich "Originale". Es gibt einen Lokaljournalisten namens Riesle, mit dem Hummel zusammen seine Fälle aufklärt. Kommissar Claas Thomsen plagen diverse Phobien. Sein Kollege Himmerhalten arbeitet im Nebenberuf als Landwirt.
Die Lesung der Autoren ist auch deshalb ein Erlebnis, weil sie ihre Bücher dabei richtiggehend inszenieren. Sie sprechen die Dialoge abwechselnd und setzen sich dazu verschiedene Kopfbedeckungen auf. Lokalkolorit gehört zu den Romanen. Es ist allerdings keiner von der aufgesetzten Sorte. Eher beiläufig lernt der Leser die Eigenheiten der Doppelstadt kennen. Und natürlich sprechen einige Charaktere Dialekt. Das kommt erstaunlicherweise auch bei Menschen an, die ihn gar nicht verstehen. Das jedenfalls berichteten die Autoren.
Ummenhofer und Rieckhoff erklärten bereitwillig auch ihre Arbeitsweise. Eines interessierte das vornehmlich weibliche Publikum besonders: Wie arbeitet das Autorenduo zusammen? Die Beiden schicken sich, wie sie erklärten, ständig E-Mails, telefonieren in der Endphase des Buchs gerne auch mehrmals täglich und treffen sich bei größeren Probleme persönlich.
Die Struktur des Romans haben sie bis jetzt jedes Mal in einem Ferienhaus im Schwarzwald unter der Zuhilfenahme von reichlich Rotwein ausgeheckt.
Quelle: Schwarzwälder Bote vom 4.10.2011
FERNADO - Ferienprogramm in Dornhan - Wasserrutsche am Wasserhäusle am 10. August 2011

Die Wasserrutsche war wie immer die Attraktion für die Kinder.
Am Mittwoch, 10.08.2011, durften 45 Kinder einen wunderbaren Nachmittag erleben.
Rund um das Wasserhäusle im Zitzmannsbrunnenbachtal zwischen Dornhan und Bettenhausen hatten die Helfer des Heimatvereins mehrere Stationen für die Kinder zum Spielen aufgebaut.
Hauptattraktion war wie alle Jahre die Wasserrutsche. Die Kinder hatten einen riesen Spaß an der Rutsche und vor allem am Auslauf, wenn man in der Schlammpfütze landete und von oben bis unten verspritzt war. Gott sei Dank spielte das Wetter mit und die Kinder konnten sich mit dem Schlauch wieder abspritzen.
Weitere Stationen waren das Schwämme tragen, Dosen werfen, Spritzpistolen schießen, Schiffe versenken etc. Und natürlich war der Bach ein großer Anziehungspunkt. Einige Kinder hielten sich den ganzen Nachmittag im und am Bach auf.
Es war mal wieder eine rundum gelungene Veranstaltung, die mit Grillen am Lagerfeuer ihren Ausklang fand. Einige der Kinder haben bereits ihr Kommen für das nächste Jahr angekündigt.
Zimmertheater Rottweil Open-Air auf dem ev. Kirchplatz am Samstag, 9. Juli 2011
Ein lauer Sommerabend, viele Besucher und die Darsteller des Zimmertheaters in bester Spiellaune: Das Open-Air 2011 ist rundum gut gelungen.
Am Ende viel Lärm um einen schönen Abend
Von Hanni Vollmer
Dornhan. Tosenden Applaus bekam das Zimmertheater Rottweil für die moderne Interpretation der Shakespeare-Komödie "Viel Lärm um nichts" unter der Regie von Tonio Kleinknecht.
Im hochsommerlichen Freilichtambiente wurde das Publikum mit zwei total unterschiedlichen Paaren in lebhafter, witziger Bühnensprache konfrontiert: Den vor Liebe zergehenden jungen Naivlingen Hero (Franziska Bon) und Claudio (Bastian Thurner) sowie den etwas reiferen Protagonisten Benedikt und Beatrice, hervorragend gespielt von Ralf Schneckenburger und Kristine Walther, er ein intellektueller Liebesskeptiker und sie die spitzzüngige Männerfeindin. Intrigierende Bösewichte gehören zum Leben, also auch auf die Bühne, so will es Shakespeare. Er kannte die dunklen Seiten der menschlichen Seelen, die Sehnsucht nach Zerstörung und Kälte, und hat diese Abgründe in den Personen von Don Juan und Borachio veranschaulicht. Treffsicher vergiften der illegitime Halbbruder von Prinz Pedro und sein Begleiter beim Maskenball Claudios liebesseliges Gemüt, indem sie Don Pedro anschuldigen. Arwid Klaws, der Don Pedro und Don Juan verkörpert, konnte die beiden Charaktere klar abgrenzen.

Die Schauspieler des Zimmertheaters nutzten jeden Zentimeter des Spielorts Kirchplatz und hatten keine Scheu, sich auch mitten unters Publikum zu mischen. Fotos: Klaus Kretschmann
Mit Borachio und Margaret schlüpfte Dorothee Jakubowski in zwei sehr konträre Nebenrollen, zeigte dabei jedoch nicht weniger komödiante Präsenz. Indes im Leben und somit auf der Bühne gibt es integre Menschen, so Benedikt, der das Ränkespiel durchschaut, mit Beatrice Fronten, Allianzen und Ursachen klärt und die Liebenden Hero und Claudio wieder vereint. Gelungen setzt Patrick Hellenbrand den sehr modernen Leonato, Gouverneur von Messina und Vater von Hero, in Szene. Große Augenblicke beim Komplott, Beatrice und Benedikt zu vereinen. Sie ist ihm dabei würdig, die Wortduelle des ungleichen – oder eher doch gleichen – Paars werden zur Krönung des Stücks. Vergnügt lauscht das Publikum dem sich zähmenden Paar nach dem Motto "Was sich neckt, das liebt sich" und verfolgt, wie der überhebliche Schnösel zum verliebten Gockel wird und wie Beatrice sich leise ihre Liebe gesteht.
Kleinknecht hat mit viel Gespür – trotz einem etwas langatmigen ersten Akt – den Schauspielern eine gebührende Plattform geschaffen, um die herrlichen Charaktere, die Wortschärfe und den prickelnden Witz aufzuzeigen.
Quelle: www.schwarzwaelder-bote.de
Hans-Frieder Breymayer "Gottes ist der Orient": Beziehungen zwischen Württemberg und Russland, Freitag, 8. April 2011, Bürgersaal im Farrenstall
Von Dornhan nach Russland
Dornhan. "Russland ist uns näher als wir denken", leitete Hans Frieder Breymayer seinen Vortrag ein. Er suchte nach Spuren in den Osten, und wurde schon 40 Meter vom Dornhaner Farrenstall entfernt fündig. Das Denkmal erinnert neben John Bühler auch an Wilhelm Wagner, der in Odessa zu Wohlstand gekommen war, dabei aber seine arme Heimatstadt Dornhan nicht vergessen hatte.
160 Besucher hörten den Vortrag des früheren Dornhaner Stadtpfarrers, der auf Einladung von KKF Kunst- und Kultur im Farrenstall gekommen war. Der Erlös der Veranstaltung ist für die Orgelsanierung der evangelischen Stadtkirche bestimmt.
Breymayer verstand es, sehr kurzweilig die Bezüge zwischen Dornhan und Russland, aber besonders auch zwischen Württemberg und dem ehemaligen Zarenreich herzustellen. Es war ein Geschichtsunterricht, wie man ihn sich lebendiger nicht wünschen konnte.
Breymayer erwähnte das Katharinenhospital oder das "Olgäle" in Stuttgart – Einrichtungen, die auf russische Zarentöchter zurückgehen. Aus Dornhan selber sind Anfang des 19. Jahrhunderts viele Familien ausgewandert, vor allem in den Hungerjahren 1817/1818. Was mit diesen Auswanderern geworden ist, konnte Breymayer allerdings nicht sagen. Doch die meisten von ihnen sind namentlich bekannt: Breymayer listete mehr als 20 Namen auf. Darüber, meinte er, könnte man eine Doktorarbeit schreiben.
Ausgangspunkt einer engen Verbindung von Württemberg und Russland ist aber das ehemals württembergische Mömpelgard in Frankreich. Die Fürstentochter Sophie Dorothee, die von dort stammte, wurde später durch Heirat Zarin. In Russland kümmerte sich sich unter anderem um Waisenhäuser, Schulen und Landwirtschaft und gab viel Geld für soziale Zwecke aus.
Ihre ebenso kluge wie schöne Tochter Katharina heiratete 1816 den württembergischen König Wilhelm. Breymayer sprach voller Bewunderung von dieser Frau, die den Schlossgarten für alle öffnete, den Wohltätigkeitsverein, die Sparkasse für Dienstboten, die landwirtschaftliche Akademie Hohenheim sowie das Volksfest gründete und den Anstoß für das nach ihr benannte Krankenhaus gab. Bereits 1819 starb sie, möglicherweise aus Enttäuschung über ihren untreuen Ehemann, so Breymayer. Wohltätig wirkten auch die kluge und gebildete Königin Olga, eine Nichte Katharinas, oder die Großfürstin Vera, auf deren Initiative in Stuttgart ein Heim für ledige Mütter gebaut wurde.
Die Beziehungen zwischen Russland und Württemberg waren aber nicht nur segensreich: 17 000 württembergische Soldaten zogen mit Napoleon nach Russland – nur 300 kehrten wieder heim. Deutsche Soldaten kämpften im Ersten und Zweiten Weltkrieg gegen Russland. Von Stalins Säuberungen waren auch württembergische Auswanderer betroffen. Und umgekehrt wurden Russen als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt. Mit der Friedenspolitik von Michail Gorbatschow habe es einen neuen Anfang gegeben, sagte Breymayer. Russlanddeutsche kamen dann auch nach Dornhan, wo sie zu den treuesten Gottesdienstbesuchern gehörten. Am Ende seines anderthalbstündigen Vortrags stimmte Breymayer auf dem Klavier das Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" zum Mitsingen an.
Karl Jenkins "Requiem" am Samstag, 19. Februar 2011, in der evang. Stadtkirche / Veranstalter: Kantorei Dornhan

Markus Arnold (rechts) dirigiert die Dornhaner Kantorei, den Liederkranz Owen e.V.
und die "arcademia sinfonica". Foto: Vollmer Foto: Schwarzwälder-Bote
Helle Klänge zu bedrückendem Thema
Schwarzwälder Bote vom 20.02.2011
Von Hanni Vollmer
Dornhan. Wer immer geglaubt hatte, die Dornhaner Kantorei könnte nur traditionelle Kirchenmusik singen, der wurde mit der Aufführung der Totenmesse des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins eines Besseren belehrt.Gastdirigent Markus Arnold hatte die hochmotivierten Sänger und Sängerinnen der Kantorei Dornhan und des Liederkranz’ Owen e.V. zusammengeschlossen, um mit einem großen Chor diese wunderbare Komposition aufführen zu können, die Klassik mit Pop und keltischen Einflüssen verbindet und mit westlichen und östlichen Kulturelementen verwebt.
Bereits mit dem ruhigen Introitus überzeugten die beiden Chöre durch ihre stimmliche Geschlossenheit. Dass Arnold Chor und Orchester sowohl in der Intonation als auch in den Klangfarben sehr gut vorbereitet hatte, zeigte sich besonders bei "Dies irae". Mit einer schier unüberbietbaren Gewaltigkeit, forte von der ersten bis zur letzten Note, erklang der zweite Satz des Requiems, "Der Tag des Zorns", im Hip-Hop-Stil. Diese sehr anspruchsvollen Akkorde wurden von den einzelnen Stimmgruppen sicher, präsent und homogen im Zusammenklang gesungen.
Das Orchester unterstrich spannungsvoll die rhythmisch aufpeitschenden Raffinessen dieses Satzes. Die Frauenstimmen gaben die tränenreichen Bögen des Lacrimosa subtil wieder.
Warm in den tiefen und hell in den hohen Lagen überzeugte Larisa Malikova in ihren Soli. Der 11-jährge Ardi Malikova berührte die Zuhörer mit "Pie Jesu". Die positiven lyrischen Botschaften über Vergänglichkeit und neues Erwachen in den Haikus wurden von den Frauenstimmen in langsamen, weichen Tempi auf japanisch beeindruckend vorgetragen. Dabei bildeten die gregorianischen Männergesänge im "Benedictus" und "Agnus dei" einen herrlichen Kontrast zu diesen fremden Klangbildern.
Den perfekt aufspielenden Musikern der "arcademia sinfonica" gelang es meisterhaft, das höchst differenzierte farbenprächtige Gemälde dieses Werks mit all seinen Kontrasten durchsichtig zu machen. Die goldenen Klänge der Harfe in "Paradisum" vermittelten sanfte, helle Bilder von warmem Licht und Engeln. Alle Akteure schafften es, den Spannungsbogen von Beginn bis zum Schluss zu halten und dem Thema Tod eine musikalische Interpretation zu geben, die in keiner Weise bedrückend ist. Die Ergriffenheit der Zuhörer in der fast ausverkauften Marienkirche am Schluss des Konzerts ging über in einen lang anhaltenden begeisterten stehenden Applaus.
Quelle: www.schwarzwaelder-bote.de
Heinrich del Core am Samstag, 8. Januar 2011, im Bürgersaal
Dolce vita bei Schwaben und Italienern
Schwarzwälder Bote vom 10. Januar 2011
Von Hanni Vollmer
Dornhan. Frisch und bodenständig wie schwäbischer Riesling, zuckersüß wie Sfogliatelle hörten sich die "erfundenen wahren" Geschichten von Heinrich del Core an, dem selbstbewussten Italo-Schwoba, der mit seinem Programm "Der Inländer" am Samstag im ausverkauften Farrenstall in Dornhan auftrat.
Der Zimmerner Kabarettist ließ sich über die schwäbischen "Medele", Pünktlichkeitswahn, Sparsamkeit und Kehrwoche aus. Das Publikum amüsierte sich köstlich über del Cores Witz und Akrobatik, mit der er die schwäbische Sprache und deren tückenhafte Grammatik erläuterte. Andererseits trat er als Italiener auf, der sich eine Stunde lang verabschiedete. Dem "Schwoba" reichte dafür ein "Ade".
Heinrich del Core ist ein Kind der ersten Gastarbeiter-Generation, der genauestens die leisen schwäbischen und lauten italienischen kulturellen Töne kennt. Dabei bezeichnet er sich als feurig wie der Ätna und zuverlässig wie ein Daimler. Er erzählte von Familie und Beruf, von Land und Leuten, vom lieben Geld im Ländle und wie niemand in Italien damit umgehen könne.
Auch pantomimisch zeigt er hervorragend die Unterschiede der beiden Kulturen, so bei Nationalhymnen. Langsam, ein bisschen schwerfällig, jedoch kerzengerade strammstehend mit braunen Socken in den Schuhen, zeigte er sich bei "Einigkeit und Recht und Freiheit" mit bewegungsloser schwarz-rot-goldener Flagge, dagegen frech-respektlos mit Sonnenbrille und großem Macho-Gehabe ohne Socken bei "Fratelli d’Italia" mit einem lässig hin und her flatterndem grün-rot-weißen Fähnlein.
Er zauberte mit Karten, Geldscheinen und ganz alltäglichen Dingen wie Gabel und Löffel und schaffte es, einen guten Kontakt zum Publikum herzustellen. Über neueste Errungenschaften wie Handys so klein wie Zäpfchen ließ er sich aus. Abends ging er mit Kopfschmerzen ins Bett, morgens hatte er immer noch Kopfschmerzen, sein Handy war jedoch weg.
Der baden-württembergische Kleinkunstpreisträger, gelernter Zahntechniker, bietet auch ein lustiges Repertoire al dente nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem beißt". Kurzum, ein amüsanter schwäbisch-italienischer Abend, an dem nichts ernst genommen wurde, nicht einmal Italiens Ministerpräsident Berlusconi und der deutsche Außenminister.

Foto: Klaus Kretschmann, Dornhan
